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Familienfreundlichkeit im Gesundheitswesen

Kurzbericht zur Veranstaltung Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit vom 16. Juni 2016

Der Schweiz gehen die Fachkräfte aus, darunter gerade auch die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegefachleute. Einer der Knackpunkte: Wer im Gesundheitswesen Beruf und Familie unter einen Hut bringen will, steht vor grossen Herausforderungen. Dabei würden familienfreundliche Arbeitsmodelle und -bedingungen grosses Potenzial für Spitäler oder Pflegezentren bieten. Dieses Potenzial stand im Mittelpunkt der Veranstaltung «Erfolgsfaktor Familienfreundlichkeit – Familie und Arbeitswelt im Gesundheitswesen», die die Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel am 16. Juni 2016 im Universitätsspital Basel durchgeführt hat.

Lange Arbeitstage und -nächte, unregelmässige Einsätze, Pikettdienst: Eine familienergänzende Kinderbetreuung ist für Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachleute oft sehr schwer zu organisieren. Ihr Beruf ist von Werten geprägt, die sich an überdurchschnittlicher Präsenz und hoher Arbeitsbelastung orientieren, Teilzeitstellen sind rar – vor allem auf Kaderstufe. Und das, obwohl sich laut Studien die Rendite dadurch um bis zu 8 Prozent erhöhen würde.

«Familienfreundlichkeit ist je länger, desto mehr ein Erfolgsfaktor. Das gilt für die Wirtschaft, aber auch für das Gesundheitswesen», brachte Regierungsrat Lukas Engelberger in seinem Grusswort das Thema der gut besuchten Veranstaltung auf den Punkt.

Innovative Arbeitgebende gehen daher neue Wege, um Fachkräfte zu finden und zu binden. Gabriel Schär, Chefarzt der Frauenklinik Aarau, sagte in seinem Workshop, dass familienfreundliche Arbeitsmodelle zu einer Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeitende ausgestaltet werden könnten – selbst bei Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit: Das Commitment zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf heisse nicht immer, «zu allen Bedürfnissen ja zu sagen». Diese Chancen und Herausforderungen wurden auch anhand der Beispiele und Erfahrungsberichte der weiteren Expertinnen und Experten des Bürgerspitals Solothurn und des Universitätsspitals Basel angeregt diskutiiert.

Programm

Weitere Informationen zur Familienfreundlichkeit im Gesundheitswesen

Flexibilität am Arbeitsplatz: Chancen und Herausforderungen

Work Everywhere, flexible Pensen und Jahresarbeitszeit sind wichtige Instrumente zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Doch die zunehmende Flexibilisierung am Arbeitsplatz birgt auch Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeitende.

Der Infoletter der Familienfreundlichen Wirtschaftsregion Basel

Der Infoletter setzt sich mit den Chancen und Herausforderungen von Flexibilität am Arbeitsplatz auseinander und zeigt Umsetzungsstrategien für kleinere und grössere Unternehmen auf.

Infoletter der Familienfreundlichen Wirtschaftsregion Basel

Fachtagung Work everywhere, anytime - Chancen und Herausforderungen der flexiblen Arbeitswelt vom 29. Oktober 2015

Das Fazit der gut besuchten Tagung vom 29. Oktober 2015 ist eindeutig: Flexibilität heisst, Bewährtes zu hinterfragen. Flexible Arbeitsmodelle sind ein Schlüssel, um den Ansprüchen der neuen Arbeitswelt zu begegnen. Die Umsetzung fordert einiges an Umdenken: die Firmenkultur wird zum Teil genauso in Frage gestellt wie Reglemente und Arbeitsabläufe. Tabus brechen und mit allen Beteiligten nach pragmatischen Lösungen suchen, ist eine der zentralen Aufgaben. Gefordert sind alle – die Umsetzung aber, so eine der Erkenntnisse aus Unternehmen und Verwaltung, steht und fällt mit den Vorgesetzten.

Tagungsprogramm
Tagungsunterlagen

Karriere und Familie: Wie bringt Mann das zusammen?

Die Gesellschaft wandelt sich. Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben wird auch für Männer zu einem immer wichtigeren Anliegen. Wie packen Unternehmen diese Herausforderung heute an? Die Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel hat dazu nützliche Inputs für Führungskräfte und HR-Verantwortliche in der Privatwirtschaft und in öffentlichen Verwaltungen erarbeitet.

Fachtagung Väterfreundliche Unternehmens- und Personalpolitik vom 4. November 2014

Die aktive Förderung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen dient allen, und sie macht sich für Unternehmen und Organisationen sogar bezahlt. Dieses Fazit konnte ziehen, wer am 4. November 2014 an der Fachtagung «Väterfreundliche Unternehmens- und Personalpolitik» des Public Private Partnership Familienfreundliche Wirtschaftsregion Basel teilnahm. In einem lockeren Mix aus Fachreferaten, Gesprächen und Workshops zu Best-Practice-Beispielen aus der Region Basel konnten sich Interessierte im Novartis Campus auf den neuesten Stand der Diskussion bringen.

Väterfreundlich heisst auch familien-, kultur- oder sportfreundlich, sagt das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Basel und gewährt seinen Angestellten eine unglaubliche Flexibilität. Wir müssen uns auf die erhöhten Ansprüche der Generation Y einstellen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen verbessern, heisst es bei Postfinance. Und Novartis stellt fest, dass es in der Schweiz um einen Kulturwandel geht; für den Pharmakonzern ist schon lange klar, dass Familienfreundlichkeit ein Wettbewerbsvorteil ist, der sich langfristig auch finanziell auszahlt.

Für das um Fachkräfte kämpfende Ingenieurbüro Jermann ist Väter- und Familienfreundlichkeit auch eine Chance im Personalmarketing, sagt Fabian Frei, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Bei Jermann teilen sich vier Ingenieure zwischen 25 und 35 Jahren die Bereichsleitung Bau- und Ingenieurvermessung. Die geteilte Führungsverantwortung ermöglicht, dass die zeitliche Mehrbelastung für den Einzelnen auf ein familienfreundliches Mass reduziert werden kann.

Am Schluss der Tagung brachte es ein junger Swisscom-Angestellter im Plenum auf den Punkt: «Dass ich als Mann 80% arbeite, muss einfach eine Selbstverständlichkeit werden.» Selbst im fortschrittlichen Basel ist die Gesellschaft noch nicht so weit. Die Tagung der Familienfreundlichen Wirtschaftsregion Basel war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

Tagungsprogramm
Tagungsunterlagen

Familienfreundlichkeit rentiert

In der Schweiz möchten neun von zehn Männern Teilzeit arbeiten, doch nur die wenigsten tun dies tatsächlich. Der Kanton Basel-Stadt fördert deshalb gezielt die Teilzeitarbeit von Männern. Die Gleichstellungsbeauftragte Leila Straumann über die männlichen Aspekte der Chancengleichheit. Lesen Sie das ausführliche Interview dazu.